Kommt wieder eine Gaspreisbremse zur Unterstützung der Verbraucher?
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2024 haben sich die Gaspreise in Deutschland und ganz Europa verzweifacht. Ein Ende dieser Preiserhöhung ist nicht zu erwarten, sodass die Regierung auf EU-Ebene über eine Methode zum Rückgang der Ausgaben debattiert. Doch nicht alle stehen diesem Fingerzeig aufgeschlossen gegenüber.
Doch in einer Sache stimmen in der Tat Banken, Unternehmen, Regierung und Verbände überein. Die momentanen Gaspreise sind zu teuer, es müssen Alternativvorschläge erarbeitet werden.
Doch gerade, was die Auswahlmöglichkeiten der hierfür geeigneten Alternativen angeht, gehen die Meinungen weit auseinander.
Während die EU über eine abermalige Gaspreisbremse dsikutiert, warnen Beteiligte aus diesem Grund in einem Scheiben an Ursula von der Leyen.
Europäische Kommission überdenkt neue Gaspreisbremse
Eine weitere Gaspreisbremse dürfte in der EU zu einem Element des Clean Industrial Deal werden. Der Clean Industrial Deal ist ein Konzept der Industrie, das die Konkurrenzfähigkeit und ebenso den Klimaschutz stabilisieren soll.
Am 26. Februar möchte die EU-Kommission ihn verkünden. Dieses Konzept soll durch einen „Aktionsplan für bezahlbare Energiepreise“ unterstützt werden.
Was das im Einzelnen für Konsumenten heißt und welche Methoden die EU vereinbart, steht bisher nicht fest. Wie aus einem Schreiben unterschiedlicher Gruppierungen an von der Leyen hervorgeht, wie das Handelsblatt informiert, steht wohl ebenfalls eine neue Gaspreisbremse als ein Baustein dieses Vorgehens im Raum.
Die Financial Times hatte zuerst die Öffentlichkeit von diesem Brief berichtet.
Dass irgendetwas mit dem Gaspreis passieren muss, ist unabdingbar. Derzeit wird für eine MWh Gas am niederländischen Börsenplatz TTF fast 55 Euro ausgegeben.
Deswegen ist der Preis für den fossilen Brennstoff im letzten Quartal um fast 30 Prozent teurer geworden und damit 4 mal so teuer, wie er momentan am US-amerikanischen Marktplatz Henry Hub verkauft wird.
Die Preise* stehen somit auf einem Spitzenwert, der letzlich vor 2 Jahren verzeichnet wurde. Der Begriff Gaspreisbremse ist in der EU altbekannt.
Bereits im Energiekrisenjahr 2022 nutzte die EU diese Vorgehensweise, um die extremen Preissteigerungen wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine abzuschwächen.
Die ehemalige Preisbremse in der gesamten EU wurde aber nie realisiert, da sie eingesetzt werden sollte, wenn die Preise drei Tage infolge oberhalb 180 Euro je MWh standen. Das traf im Laufe der ehemaligen Energiekrise aber niemals zu.
Mehrere Länder, unter ihnen auch Deutschland, nutzten aber regionale Gas-Preisbremsen. In Deutschland gehörte hierzu neben der Gaspreisbremse ebenfalls eine Reduzierung der Gas-Umsatzsteuer, die im April 2024 endete.
Teure Energieausgaben strapazieren die Bevölkerung und die EU
Auch wenn nach der Energiekrise 2022 keine extremen Preisausbrüche mehr auftraten, bleibt Gas nach wie vor teuer. Einige EU-Industrievertreter haben bereits im letzten Februar in der „Antwerp Declaration“ Unterstützung bei der EU angefragt. Bislang ist kaum etwas passiert, um Privatanwender und Unternehmen preislich nachhaltig zu unterstützen.
Dabei entfacht die Empfehlung einer Gaspreisbremse auch keinerlei Jubelstürme. Das komplette Gegenteil ist der Fall:
Ganze 11 Gruppierungen, hierunter auch Verbände von Energieunternehmen, Börsen und Banken, alarmieren ausdrücklich vor dieser Aktion. Sie bewerten das nur als eine Handhabung der Merkmale und nicht als Beseitigung der wirklichen Probleme. Auch zusätzliche Gefährdungen wären damit verknüpft.
Eine Preisbremse dürfte z.B. den Optimismus in die europäische Gasbörse TTF zerstören. Damit dürfte Europa an Attraktivität bei internationalen Gasverkäufern einbußen, die sich dann weiteren Märkten ohne Auflagen fernab der EU widmen könnten.
Kritisch könnte es vorrangig deshalb werden, zumal sich Europa nach derzeitigem Niveau nur 26 Prozent der Flüssiggasmengen beschafft hat, die bis 2040 wahrscheinlich gebraucht wird.
Allein diese Quote wäre damit über Gaslieferverträge auf längere Sicht garantiert. Die restlichen Länder wären allerdings von vorübergehende Verträge abhängig, um ihre Gasversorgung zu garantieren.
Konsumenten würden darum kurzfristig aus einer Preisbremse ihren Nutzen ziehen. Dauerhaft dürfte das Angebot am EU-Markt aber begrenzt werden.

(Mit Angaben www.inside-digital.de/news/17.02.2025)
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