Hierfür werden Smart Meter und dynamische Strompreise benötigt
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Hierfür werden Smart Meter und dynamische Strompreise benötigt

Seit Anfang 2025 müssen sämtliche Stromversorger dynamische Stromtarife bereitstellen. Für Kunden ergeben sich daraus nie dagewesene Chancen. Für Großverbraucher kann das sehr erfreulich sein. Aber auch das Stromnetz zieht daraus einen Nutzen.

In Deutschland wird massenhaft erneuerbare Energie produziert. Solarzellen und Windräder zählen zu den bedeutenden Stromquellen. Ihr Strom ist inzwischen oftmals erheblich billiger als Strom aus klassischen Kraftwerken.

Die Quote von Solar- und Windstrom an der deutschen Stromherstellung stand 2024 bei erheblich mehr als 40 Prozent. Alleiniges Manko: Gegenüber klassischen Kraftwerken wird der Strom nur hin und wieder exakt in dem Umfang produziert, wie er im Moment angefragt wird. Die Lösung: Den Bedarf angleichen oder Strom speichern.

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Dynamische Strompreise können Bedarf lenken

Und genau dort kommen intelligente Stromzähler und dynamische Strompreise ins Spiel.

Bekanntlich fördern dynamische Strompreise die Motivation, den Strom in Zeiten zu benutzen, wenn es für das komplette Stromsystem am vernünftigsten ist. Strom wird demnach günstiger, wenn in Zeitabschnitten mit viel Sonne und Wind eine möglichst große Strommenge erzeugt wird und der Bedarf niedriger ist als das Stromangebot.

Und Strom wird kostspieliger, wenn der Bedarf im Moment höher als das Angebot ausfällt. So etwa in den Abendstunden ohne Wind nach dem Sonnenuntergang, wenn in zahlreichen Haushalten TV-Geräte, Backröhren, Küchenherde und Geschirrspüler in Betrieb sind.

In einer stark windigen Nacht, wenn kaum Strom angefragt wird und die Windräder eine Menge Strom produzieren, kann man ab und zu auch Geld verdienen, wenn man Strom mit einer Wärmepumpe*, dem zeitlich einstellbaren Waschautomat oder beim Aufaden des E-Autos konsumiert.

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Wie bekannt ist: Die Strompreise können manchmal ins Negative abgleiten. Seit Anfang 2025 müssen sämtliche Stromversorger solche dynamischen Stromtarife bereithalten.

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Bedingung ist ein intelligentes Messsystem

Aber nur, wer daheim einen Stromzähler besitzt, der das wirklich messen kann, darf diese Tarife nutzen: Das sind dann intelligente Messsysteme (Smart Meter). Sie zeichnen genau auf, welche Strommenge zu welcher Uhrzeit konsumiert wurde.

Damit können sie anschließend den immer aktuellen Strompreis zuordnen. Derartige Angaben können sie ebenso an den Messstellenbetreiber oder den Anwender übermitteln.

Darüber hinaus: Smart Meter können Preissignale entgegennehmen. Diesbezüglich lassen sich anschließend die Stromkonsumenten lenken.

Sinkt der Strompreis unter einen vom Anwender festgelegten Grenzwert, startet etwa der Aufladevorgang beim Elektroauto. Bei einem weiteren Grenzwert geht die Wärmepumpe in Betrieb, wenn ein cleverer Zeitpunkt fürs Heizen* vorliegt.

Und wird der Strom mal so richtig teuer, ließe sich ebenfalls etwa für einige Stunden der Gefrierschrank herunterkühlen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn der zuvor auf unter -18 Grad eingestellt wurde – vorzugsweise beim Negativ-Strompreis.

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Dynamischer Strompreis zahlt sich nicht für alle Haushalte aus

Verbraucherschützer vermuten, dass sich mit dynamischen Stromtarifen jährlich mehrere hundert Euro sparen lassen. Jedoch nur, wenn sowieso schon eine große Menge Strom konsumiert wird.

Nur um den Geschirrspüler und den Waschvollautomat in Zeiten mit billigen Strompreisen in Betrieb zu nehmen, rentiert sich das eher nicht. Reizvoll wird es immer dann, sobald E-Autos, Stromspeicher, Wärmepumpen oder weitere steuerbare Großverbraucher in Verwendung sind.

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Smart Meter: Diese Verbraucher zahlen mehr als andere

Einsatz und Installation eines Smart Meter kosten (eigentlich) nicht viel Geld

Die Verwendung eines Smart Meters ist indes nicht auffallend kostspielig. Die Miete, die der Messstellenbetreiber hierfür einfordern kann, orientiert sich außerdem an dem Strombedarf pro Jahr und ob steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit eingebunden sind.

Gemäß Bundesnetzagentur startet es bei 20 Euro jährlich für bis zu 10.000 kWh pro Jahr. Das ist das 2,5-fache eines gewöhnlichen 4-Personenhaushalts ohne spezielle Geräte wie Elektroautos oder Wärmepumpen.

Der Preis für die Miete dürfte 170 Euro jährlich, bei außergewöhnlich hohem Strombedarf und steuerbaren Verbrauchern, nicht übertreffen.

Die Installation eines Smart Meter ist gratis, wenn er aus speziellen Gründen benötigt wird. Sodann werden die Ausgaben für die Installation über das Nutzungsentgelt abgerechnet.

Wer sich allerdings aus freien Stücken ein intelligentes Messsystem aussucht, muss selber für die Kosten aufkommen. Die Installation sollte jedoch nicht teurer als 30 Euro sein.

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Weshalb es ab und zu doch mehr kostet

Im Gesetz ist lediglich festgelegt, sofern ein Wert von 30 Euro nicht übertreten werde, wird vorausgesetzt, dass die Kosten für die Installtion im Rahmen sind. Der Messstellenbetreiber kann tatsächlich mehr einfordern, muss das allerdings separat argumentieren.

Missverständnisse und zusätzliche Kosten können entstehen, wenn ein kompletter Stromkasten ersetzt werden muss. Kürzlich wurden wirklich mehrere Messstellenbetreiber gemaßregelt, weil sie einige hundert Euro für die Installation eines Smart Meters einforderten.

Dynamische Strompreise oft günstiger als Fixpreise

(Mit Angaben www.br.de/nachrichten/11.02.2025)

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