E-Mobilität steigt, Preise fallen: Haushalte speichern immer öfter Strom
Gemäß dem deutschen Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) haben beinahe 50 Prozent der Photovoltaik-Anlagen im Heimsektor einen Batteriespeicher. Diese unterstützen ebenfalls die Stromnetze.
In deutschen Kellergeschossen wird immer öfter Sonnenstrom vom eigenen Hausdach in Batteriespeichern eingelagert um mit zeitlichem Abstand dann verbraucht zu werden.
Verbraucherschützer unterstützen das: „Der höchste Nutzen eines Speichersystems: Sie können ihren Eigenbedarf und Autarkiegrad steigern„, erklärt die Verbraucherzentrale.
Auch wirtschaftlich zahlt sich ein Batteriespeicher für private Haushalte häufig aus: „Anhand der drastisch gefallenen Preise ist so ein Speicher in jedem Fall profitabel„, informiert Energiefachmann Thomas Zwingmann (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen).
Das sahen im letzten Jahr abermals 100-tausende Privathaushalte genauso. Als bereits 2023 nahezu 594.000 neue Heimspeicher eingerichtet wurden, kamen 2024 nach einer Prognose des BSW rund 580.000 zusätzliche obendrauf.
Gemäß Verband waren Ende 2024 längst beinahe 1,8 Millionen Heimspeicher aktiv. Denmach sind in knapp 50 Prozent sämtlicher fast 3,8 Millionen PV-Anlagen im Heimssektor Batteriespeicher eingebaut.
E-Mobilität ist die Triebkraft
Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES), der auch Speicherproduzenten repräsentiert, erkennt viele Anlässe für den enormen Bedarf. Neben der Verwendung billig produzierter Energie und der Umgestaltung der eigenen Versorgung mit Energie entwickelt die Elektro-Mobilität eine herausragende Triebkraft.
Beatrice Schulz (Bereichsleiterin für Technologien und Märkte) erklärt dazu: „Preiswerter als mit Sonnestrom vom eigenen Hausdach ist es nicht machbar, sein E-Auto aufzuladen„. In Verknüpfung mit einem Speicher wäre das Aufladen selbst während der Nacht möglich.
Passende Größe wesentlich
Im Kaufverhalten sollten Interessenten beachten, dass der individuelle Speicher daheim nicht übermäßig groß gewählt wird, erklärt Verbraucherschützer Zwingmann. Sonst könne es passieren, dass die PV-Anlage* den Batteriespeicher über längere Zeitspannen nicht komplett befüllen kann.
„Mit anderen Worten, du hast ein Leistungsvolumen im Kellergeschoss eingerichtet, das du gar nicht verwenden kannst.„
Jedoch sei es machbar, den Speicher so zu installieren, dass er ebenfalls aus dem Netz Strom ziehen könne. Bei der Verwendung von dynamischen Stromtarifen könne man anschließend Strom billig kaufen und einlagern. „Und ihn anschließend in Zeiten zu verbrauchen, wenn die Strompreise teuer* sind„, betont der Energiefachmann.
Gemäß BVES lagern die allermeisten Geräte zwischen 5 und 15 kWh ein. „Fallende Preise und zusätzliche Unternehmenskonzepte für den Haushaltsspeicher plus die Einbeziehung ergänzender Verwendungen lassen zusätzliche Erhöhungen bei der mittleren Größe der Speicher vermuten„, erklärt Schulz.
Kosten kräftig gefallen
Ebenfalls der Bundesverband Solarwirtschaft erkennt den Hauptauslöser für den enormen Speicherbefarf in den gefallenen Kosten. „In den vergangenen 10 Jahren sind die Preise für einsatzbereit eingerichtete Speicher für Solarstrom um 75 Prozent gefallen„, so Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.
80 bis 90 Prozent sämtlicher neuen Solarstromanlagen* verfügten über einen Batteriespeicher. „Ohne Speicher wird so gut wie keine Solaranlage mehr eingesetzt.“
Der Verband erläutert die Vorzüge von Batteriespeichern: Dürfe man ohne Speicher lediglich nahezu 20 Prozent des produzierten Sonnenstroms sofort eigenständig verwenden, dürften es mit einem Speicher bis zu 80 Prozent sein, betont Körnig. Und noch etwas:
„Eine clevere Speichernutzung reduziert nicht allein Stromkosten für die Inhaber, sie unterstützt ebenfalls die Netze und verringert die Kosten zur Energiewende.“ So könne man in Zukunft die Speicher auch netzfreundlich verwenden, um z.B. Windstrom aus- und einzulagern.
(Mit Angaben www.derstandard.de/03.03.2025)
Ein Kommentar