E-Autos ohne Strom: Kabelraub bei Ladestationen nimmt zu
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Ein neues Phänomen macht Inhabern von Elektroautos das Leben schwer. In zunehmendem Maß werden Kabel an Ladestationen entwendet. Säulen-Anbieter bemühen sich um effektive Aufklärung.
Über einen längeren Zeitraum hinweg waren in Deutschland viel zu wenig Ladestationen verfügbar, um ganz gechillt mit dem Elektroauto durch die Gegend zu kurven.
Aber inzwischen ist ein neues Phänomen auf den Plan getreten, das den Inhabern von E-Autos schwer zu schaffen macht: Kabelraub an Schnellladestationen.
In den letzten Jahren hat sich die Grundaussattung und die Menge an Schnellladestationen stark verbessert. Diese besitzen gegenüber denen mit konventioneller Ladeleistung starr eingebaute, schwere und dicke Kabel.
Das ist erforderlich, damit höhere Strommengen durch die Kabel strömen und diese partiell zusätzlich abgekühlt werden müssen, um Überhitzungen zu vermeiden.
Inzwischen haben Gangster an diesen dicken Kabel höchstes Interesse entwickelt, informiert auch „electrive.net„: So wurden allein in Leipzig und Umfeld im Frühjahr und Sommer 2024 über 40 Strafanzeigen in Bezug auf geklaute Ladekabel angefertigt.
Diese wurden einfach durchsägt oder abgeschnitten. Ebenfalls in Nordrhein–Westfalen und weiteren Gebieten sind andauernd zerschnittene Kabel zu beklagen, erklären Anbieter wie EWE Go oder ENBW.
Raub hat teure Auswirkungen
Vielfach sind Ladestationen an Standorten auf Parkplätzen von Bau– oder Supermärkten von diesen Beschädigungen betroffen. Standorte an perfekt ausgeleuchteten Tankstellen werden hingegen fast gar nicht zum Opfer der Kabeldiebstähle, informiert „electrive.net„.
Für Nutzer von Elektroautos ist diese Form des Raubs enorm problematisch: In derartigen Situationen müssen sie eine andere, einsatzbereite Ladestation aufsuchen. Und oft dauert es einige Wochen, bis die beschädigte Ladestation wieder funktionsfähig ist:
Abhängig von der Station enstehen dem Anbieter dadurch Kosten in Höhe von bis zu 7.000 Euro. Denn es werden ein Techniker, Ersatzteile und zusätzlich eine Eichrechtsprüfung, die bei der erneuten Inbetriebnahme juristisch unabdingbar ist, notwendig.
Und all das für höchtens 50 Euro „Diebesgut„, den die Gangster durch das in den Kabeln eingeschlossene Kupfer ergattern.
Jedenfalls gemäß Polizeiinformationen soll das Metall zu Bargeld gemacht werden; Sabotageakte sind mitunter aber durchaus denkbar: Wie etwa Lade-Anbieter Ionity erklärt, ist wegen der Flüssigkeitskühlung in den Kabeln der Anteil an Kupfer ziemlich klein.
So schützen sich Tesla und weitere Anbieter
Um Gängstern das Handwerk zu legen, bauen mehrere Anbieter inzwischen Tracker in die Kabel ein. In Sachsen konnte dadurch schon ein Mann vor Gericht gestellt werden, dem eine ganze Latte an Raubzügen angelastet wird. Eine abschließende Verurteilung ist hier aber noch nicht erfolgt.
An auffalend gefährdeten Standorten bauen mehrere Anbieter sogar Kameraüberwachung ein oder verbessern die Ausleuchtung.
Der amerikanische Betreiber Chargepoint hat ein Kabel präsentiert, welches erheblich schwieriger zu durchtrennen sein soll. Dazu kommt ein System, das bei Zerstörung Alarm schlägt und eine Benachrichtigung an den Anbieter verschickt.
Tesla probiert an Superchargern eine Technik aus, die sich an Geldautomaten anlehnt: Wird nämlich die Kabel-Umhüllung durchtrennt, wird eine Spezial–Tinte freigesetzt, die nur mühevoll zu entfernen ist.
Die Gängster können demzufoge schneller identifiziert werden. Des Weiteren prägt Tesla die Kabel mit dem Schriftbild „Property of Tesla Motors„, um Wiederaufbereitungsfirmen und Rohprodukthänlder auf die Hehlerware hinzuweisen.
Genutzte Quellen:
electrive.net: „Ladekabel-Raub nimmt zu – wie die CPOs antworten„
electrive.net: „Tesla probiert neue Technik gegen Kabelraub an Superchargern„
(Mit Angaben www.t-online.de/mobilitaet/18.02.2025)
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