Auswertung: Gas ist günstiger, doch viele Deutsche heizen genügsamer
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Entgegen erneut gefallener Gaspreise wurden in Deutschland zahlreiche Heizungen im letzten Jahr nicht so hoch aufgedreht. Das belegt eine aktuelle Untersuchung des Online-Vergleichsportals Verivox.
Demzufolge haben die Haushalte 2024 im Mittel 6 Prozent weniger geheizt als 2023. In die Untersuchung einbezogen sind Verbraucher-Bedarfe, die über Verivox ihren Gasanbieter ausgetauscht* haben.
Gemäß dem Vergleichsportal stand 2023 der mittlere Bedarf sämtlicher über Verivox ausgetauschten Anbieter noch bei im Mittel 20.744 kWh. Im letzten Jahr sei diese Zahl auf 19.430 kWh gefallen. Daraus errechnet sich ein Weniger von 6 Prozent.
Gas: Preise fielen weiter, Preislevel aber immer noch hoch
Dabei hätten die Menschen ihre persönliche Gasheizung* übrigens erneut wieder hochstellen können, schlussendlich stehen die Gaspreise abermals erheblich günstiger als im Zeitablauf der Energiepreiskrise, die nach dem Angriff der Russen auf die Ukraine und der anschließend eingetretene Gasmangelversorgung anfing.
„Zwischen 2023 und 2024 sind die Gaspreise dramatisch gesunken und Haushalte, die ihren Gastarif ausgetauscht haben, konnten mächtige Ersparnisse realisieren.
Dass der mittlere Bedarf trotzdem gefallen ist, belegt den immer noch hohen Preisstand. „Zahlreiche Haushalte heizen genügsamer als vor Beginn der Energiekrise“, informiert Verivox-Energiefachmann Thorsten Storck.
Verivox begründet die gefallenen Gasbedarfe im letzten Jahr jedoch ebenso mit den erhöhten Temperaturwerten. Die mittlere Temperatur ist zwischen 2023 und 2024 um 0,3 Grad auf 10,9 Grad angewachsen. Gemäß dem Deutschen Wetterdienst war 2024 denmach das wärmste Jahr seit Anfang der Wetteraufzeichnungen 1881.
Verivox zufolge sei der mittlere Heizbedarf dadurch zwischen 2023 und 2024 um fast 3 Prozent gefallen. „Ab 2021 ist der Heizverbrauch pro Jahr ständig gefallen, was auch die Reduzierung des mittleren Gasbedarfs begünstigt“, erläutert Energiefachmann Storck.
Gas: Wer in Berlin den Anbieter austauschte, heizte enorm sparsamer
Die kräftigste Reduzierung des Gasbedarfs fand im letzten Jahr in Berlin statt: Wer hier den Gasversorger austauschte, meldete 2023 noch einen Bedarf von im Mittel 16.752 kWh, im Jahr 2024 waren es fast 11 Prozent (14.835 kWh) weniger.
Enorme Ersparnisse waren ebenso in Sachsen-Anhalt (-9 Prozent) und in Hamburg, Mecklenburg–Vorpommern sowie Thüringen (je -8 Prozent).
Im Saarland (-3 Prozent), in Bremen (-2 Prozent), Brandenburg und Baden-Württemberg (je -5 Prozent) sind die Gasbedarfe relativ gering zurückgegangen.
(Mit Angaben www.morgenpost.de/03.03.2025)