Energie-Paket vereinbart: Das haben nun Verbraucher zu erwarten
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Energie-Paket vereinbart: Das haben nun Verbraucher zu erwarten

Der Bundestag hat ein ausführliches Energie-Paket vereinbart, das bedeutende Neuerungen für gewerbliche und private Anwender festlegt. Es handelt sich hierbei um Photovoltaik, Biogas und Smart Meter.

Der Bundestag hat ein Energie-Paket mit vielen gesetzlichen Erneuerungen vereinbart. Vorher hatten sich CDU, Grüne und die SPD, auf die Pläne verständigt. Klimaschutz- und Wirtschaftsminister Robert Habeck berichtete von bedeutenden Beschlussfassungen in Bezug auf die Energiewende und die verbesserte Einbettung der erneuerbaren Energien in das öffentliche Stromnetz.

Das Vorgehen sei dabei behilflich, eine hundertprozentige, erschwingliche und umweltverträgliche Stromversorgung zu garantieren.“ Die Pläne müssen in der Tat noch dem Bundesrat zugeführt werden.

Photovoltaik

Durch die beschleunigte Ausbreitung der Photovoltaik-Anlagen* in Deutschland und die dadurch erhöhte Einleitung an Tagen mit Sonnenschein wird das Stromnetz immer mehr strapaziert.

Vielfach gibt es Stromspitzen, die erneut Mangelsituationen im Netz auslösen. Darum wurde jetzt vereinbart, dass die Netzinhaber besonders kleinere Anlagen (in Privathaushalten) idealer und bedarfsorientierter lenken können.

Eine Lenkungsmaßnahme ist etwa, dass Inhaber kleiner PV-Anlagen für die Einleitung ihrer erzeugten Energie ins öffentliche Netz keine Entschädigung mehr bekommen, wenn der Strompreis ins Negative abrutscht.

Negativ ist der Strompreis* immer dann, wenn die Stromproduktion den Strombedarf übersteigt. (Hier die Einzelheiten dazu.)

Keine Einspeisevergütung mehr bei negativem Strompreis

Außerdem sollen Netzinhaber bei Bestandsanlagen ab 7 kWp die Ist-Einleitung aufrufen und deren Kapazität lenken können, informierte „Energie Zukunft„.

Bei Anlagen mit einer konstanten Vergütung, kann die Einleitung auf 60 Prozent der eingerichteten Leistung gedeckelt werden, heißt es dazu.

Wer allerdings seine erzeugte Energie persönlich und unmittelbar verkauft, muss keine Begrenzung bei der Einleitung befürchten. Dazu wird allerdings ein Smart Meter gebraucht.

Der Leiter des Übertragungsnetzinhabers 50Hertz, Stefan Kapferer, berichtete von einem bedeutenden Baustein, um sich anbahnende Überanstrengungen der Stromnetze zu umgehen.

Enpal Solaranlage für Null Euro
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Dagegen sei es genau so bedeutend, geplante Anregungen für eine netzförderliche Erweiterung zu ermöglichen, beton der Fachmann.

Auf Befragung von t-online meldete sich ebenfalls Enpal* zu Wort: „Für neue Anlagen präsentiert die Vorschrift die genau passenden Lösungen. Beklagenswert ist aber, dass die zahlreichen Bestandsanlagen weiterhin ungestoppt in das Netz einleiten dürfen. Um das neu zu regeln, sollte die jetzt nachfolgende Regierung rasch erforderliche Konzepte auf den Weg bringen, um den Energiesektor bleibend zu festiegen„, erklärt Markus Meyer, Politikchef bei Enpal, t-online.

Der Bundesverband Solarwirtschaft informierte, dass Inhaber neuer PV-Anlagen in Zeitabschnitten mit negativen Strompreisen an der Börse, keine erheblichen wirtschaftlichen Defizite befürchten müssen.

Es komme ein Kompensationsmechanismus zum Tragen. Die wirtschaftliche Beeinträchtigung für Inhaber von Solaranlagen bleibe dabei im Rahmen.

100 Gigawatt: Deutschland erzielt Höhepunkt bei installierter Photovoltaik

CO2-Gebühr

Auch wurde vereinbart, dass im Zuge des europäischen Emissionshandelns ab Januar 2027 Emissionszertifikate auf dem Markt verkauft werden dürfen. (Einzelheiten dazu hier.)

Batteriespeicher

Kleine Solaranlagen sowie Heimspeicher bis 30 Kilowatt bekommen im Strommarkt zusätzliche Anpassungsfähigkeiten. Ein neuerliches pauschalisiertes Modell soll es ihnen erlauben, die ehemalige Aufteilung in grauen und grünen Strom zu vermeiden.

Damit können sie das erste Mal ohne Schwierigkeiten als Anbieter von Flexibilität auf den Strommärkten tätig sein.

Windenergie

Hierbei geht es um eine verbesserte Regulierbarkeit bei der Einrichtung von Windrädern auf Land. Gemäß Klimaschutz- und Wirtschaftsministerium geht es bei der Erneuerung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes um Vorbescheide für Windräder.

Es solle blockiert werden, dass durch einen Vorbescheid solche Areale geschützt werden, die auf längere Sicht für Wind-Energieanlagen nicht mehr ereichbar sind.

Geht bei uns bei Dunkelflaute das Licht aus?

Biogas

Die Unterstützungen für zahlreiche Biogasanlagen wurden 2024 und 2025 beendet. Damit zahle sich die Nutzung für etliche nicht mehr aus. Viele Inhaber dachten darüber nach, ihre Anlage abzustellen (Einzelheiten dazu hier).

Anhand der jetzt vereinbarten gesetzlichen Erneuerungen soll Bioenergie abermals kräftiger unterstützt werden. Zum Beispiel soll sich die Ausschreibungsmenge erhöhen.

Aus dem Blickwinkel des Klimaschutz- und Wirtschaftsministeriums wertet das Bioenergie-Paket die Zukunftsvisionen für etliche Inhaber von Anlagen auf.

Biogas könne billigen Strom aus Sonne und Wind abrunden und zur Absicherung der Versorgungslage bei Dunkelflauten behilflich sein. Das sind eben die Zeitspannen, in denen kein Sonnenstrahl zu sehen ist und kein Wind bläst.

Strompreise: Höchstwerte durch Dunkelflaute und hohe Importkosten

Smart Meter

Intelligente, digitale Stromzähler (Smart Meter) sollen in Deutschland flächendeckend bis 2032 installiert werden. Diese kleinen Apparate sollen Kunden auch noch beim Stromsparen dienlich sein und ihnen erlauben, dynamische Stromtarife zu verwenden. Dazu müssen Haushalte aber einen bestimmten Betrag pro Jahr entrichten.

Dieser wurde mit der neuen Beschlussfassung angehoben. So vergüten Haushalte, deren Strombedarf mehr als 6.000 kWh jährlich ausmacht, demnächst wenigstens 40 Euro jährlich anstelle 20 Euro jährlich.

Verivox belegt: Wechsel zu dynamischen Strompreisen lohnt nicht

Wie sich die verschiedenen Kostensteigerungen im Einzelnen darstellen, ist hier zu erfahren.

    Der Energiefachmann bei der Verbraucherzentrale Bundesverband, Tom Jannek, bemängelte die Anhebung von Höchstpreisen für digitale Stromzähler. Das könnte nur den Zuspruch für Smart Meter in Gefahr bringen.

    Genutzte Angaben:
    Nachrichtenagentur dpa
    energiezukunft.deNeue Vorschriften für EE-Anlagen in Zeiten negativer Strompreise

    Was kostet eine Solaranlage
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    (Mit Angaben www.t-online.de/31.01.2025)

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