Strompreis: So teuer ist eine kWh Strom im Januar 2025

Strompreis: So teuer ist eine kWh Strom im Januar 2025

Auch wenn die Strompreise in den vergangenen Jahren gefallen sind, entrichten deutsche Kunden im internationalen Vergleich fast den teuersten Preis. 2025 könnte es für viele Verbraucher jedoch billiger werden.

Die teuren Energiepreise in Deutschland sind ein vorherschendes Gesprächsthema, das die Wirtschaft sowie Privathaushalte angeht. Die Energiewende spielt dabei eine Schlüsselrolle. Vorrangig die verstärkte Erweiterung erneuerbarer Energien und die damit verknüpften Ausgaben wirken sich beträchtlich auf die Fortentwicklung des Strompreises aus.

Ansonsten vergüten etliche private Haushalte in Deutschland aber aufgrund unzureichender Entschlossenheit zum Wechsel des Stromversorgers viel zu viel – nach einer Beurteilung des Vergleichsportals Verivox alleine in 2024 über 5 Milliarden Euro.

2025 könnten fast 10 Millionen Haushalte in zahlreichen, mehr ländlich geprägten Gebieten, aus geringeren Energiepreisen Nutzen ziehen, zumal die Ausgaben für die Erweiterung der Stromnetze neu aufgeteilt werden. Das dürfte aber in weiteren Regionen zu mäßigen Preissteigerungen führen.

Die Verringerung der Netzentgelte, die rund 25 Prozent des kompletten Strompreises ausmachen, wird besonders den Osten und Norden Deutschlands und Bayern strapazieren, mit einem Schwerpunkt auf ländlich geprägten Regionen anstelle auf Großstädte. Der Energiekonzern E.ON informierte dazu, dass seine Tochtergesellschaften der Verteilnetze die Netzentgelte zum Teil erheblich verbilligen werden.

Diese Gesellschaften unterhalten rund 700.000 km Stromleitungen, was ca. ein Drittel des deutschen Verteilnetzes ausmacht. Netzentgelte sind Gebühren, die Strom– und Gasversorger an die Netzbetreiber vergüten und am Ende doch an die Kundschaft weiterreichen. Sie fangen auch die Ausgaben für die Erweiterung des Stromnetzes auf. Welche Einflußgrößen beeinträchtigen den Strompreis in Deutschland außerdem – und welche Effekte hat das auf die Konsumenten? Hier eine Übersicht:

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Wie teuer ist der Strompreis in Deutschland derzeit?

Gemäß einer Untersuchung des Vergleichsportals Verivox beläuft sich der momentane Strompreis in Deutschland beim billigsten Versorger für neue Kunden im MIttel auf 29,1 Cent je kWh brutto (Stichtag: 27. Januar 2025). Der mittlere Strombedarf eines 4-Personen-Haushalts steht in Deutschland bei fast 3.000 kWh.

In einem 1-Familienhaus beträgt der Stromverbrauch pro Jahr dann 4.000 kWh. Folglich kommen die Stromkosten für einen normalen Haushalt mit einem Bedarf von 3.000 kWh bis 4.000 kWh pro Jahr auf rund 873 Euro bis 1.164 Euro.

Um die annähernden Gesamtkosten zu kalkulieren, müssen Verbraucher hingegen noch den entsprechenden Grundpreis mitberechnen. Abhängig vom Stromversorger kann sich der zum Teil erheblich unterscheiden.

Es ist extrem relevant, dass es dabei um einen Mittelwert geht. Strompreise differieren lokal und nach Bedarfsmenge extrem und sind erheblich vom ausgesuchten Tarif des Anbieters bestimmt.

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Ergänzende Abgabe für Endkunden: Was beabsichtigt die Bundesregierung mit der Stromumlage?

Die Bundesregierung beabsichtigt eine neuartige Umlage auf den Strompreis, um den Ausbau neuer und die Neugestaltung vorhandener Gaskraftwerke zu bezahlen, wie das Bundeswirtschaftsministerium erklärte. Neue Kraftwerke sollen die Stromversorgung konstant halten, auch wenn die Quote erneuerbarer Energien ansteigt. Sie sollen aushelfen, wenn Wind und Sonne nicht genügend Energie herstellen.

Der Kapazitätsmechanismus soll aber erst ab 2028 gültig werden. „Momentan ist keine neue Stromumlage geplant“, hieß es. Zum Umfang der beabsichtigten Umlage informierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, dass es sich um eine „unbedeutende Nachkommastelle“ handeln dürfte.

Das Vergleichsportal sagt vorher, dass die ergänzende Umlage für eine mittlere Familie Zusatzkosten pro Monat zwischen 1 und 3 Euro ausmachen könnte.

Wirtschaftsminister Habeck informierte, dass die Finanzierung über eine Umlage bei derartigen Kapazitäten zur Absicherung der Versorgung in Europa üblich sei. „Es kommt dagegen auf die Konsumenten weiterhin nichts obendrauf“, erklärte er in Bonn.

Wir reden hier von Zeitabschnitten in den 2030er-Jahren. Dann wird offensichtlich, wie der Strompreis von weiteren Umlagen verringert werden kann.“ Eine exakte Kalkulation der Kosten betitelte er vorerst als hypothetisch.

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Woraus besteht der Strompreis in Deutschland?

  • (1) KWKG-Umlage: 0,7 Prozent
  • (2) §19-Umlage: 1,1 Prozent
  • Umlage Offshore-Netz: 1,8 Prozent
  • Konzessionsabgabe: 4,5 Prozent
  • Stromsteuer: 5,5 Prozent
  • Mehrwertsteuer: 16 Prozent
  • Gebühren Netznutzung: 28 Prozent
  • Energieeinkauf: 42,5 Prozent

Grundlagen: Bundeskartellamt, Verivox, Bundesnetzagentur
(1) Die KWKG-Umlage ist eine Gebühr, die auf den Strompreis draufgeschlagen wird, um die wirtschaftliche Unterstützung von KWK-Anlagen zu garantieren. Diese Gebühr soll die Effizienz der KWK-Anlagen optimieren und die Erweiterung der umweltverträglichen Technik unterstützen.
(2) Die Umlage nach § 19 StromNEV (Netzentgeltverordnung). Diese Umlage bezieht sich auf die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage) und wird auf die Netznutzungsgebühren für Endkunden draufgeschlagen.

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Wieso ist der Strom in Deutschland so teuer?

Innerhalb der EU hat hinter Liechtenstein und Belgien Deutschland die dritt-teuersten Strompreise für private Haushalte Das belegt eine Aussage des Statistischen Bundesamtes. Für mittlere und kleinere Haushalte, mit einem Bedarf von unterhalb 5.000 kWh pro Jahr, ist es besonders teuer.

Wichtige Anteile fallen auf Gebühren der Netze für die Aufrechterhaltung des Stromnetzes, inklusive Übertragungs- und Verteiungsnetze, sowie auf unterschiedliche Abgaben und Steuern wie Ökosteuer zur Unterstützung der Energiewende und Umsatzsteuer. Auch der Energie-Einkauf, durch den Handel verursachte Ausgabe plus energiepolitische Beschlussfassungen und steuernde Grundvoraussetzungen sind bedeutend.

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Der schlagartige Wechsel von fossilen Brennstoffen (Kohle) hin zu erneuerbaren Energien beeinträchtigt außerdem die Ausgaben. Hierunter fällt auch die Herstellung von Windrädern. Spezielle Gesichtspunkte wie der Stromanbieter, Wohnsitz, Konsumgewohnheiten sowie festgelegter Tarif unterstützen gleichfalls die Weiterentwicklung der Endkosten.

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Was kostete eine kWh Strom 2024 im EU-Vergleich?

In Deutschland berappten Konsumenten in privaten Haushalten 2024 die teuersten Strompreise innerhalb der EU. Das belegt eine Untersuchung des Statistischen Amts der EU (Eurostat). Kunden bezahlten mit 39,5 Cent je kWh den teuersten Strompreis.

Somit standen sie mit 37 Prozent oberhalb dem EU-Mittelwert von 28,9 Cent. Position 2 und 3 in der EU-Strompreis-Rangfolge besetzen Dänemark (37,1 Cent) und Irland (37,4 Cent). Position 4 und 5 besetzen dann Belgien (33,5 Cent) und Tschechien (33,8 Cent).

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Was sind Netzentgelte?

Die Netzentgelte stellen die Ausgaben dar, die für die Bewirtschaftung der Stromnetze anfallen. Sie werden durch die Netzbetreibern angefordert. Die Kampfansage an die Energiewende stellt das Stromnetz vor eine spezielle Herausforderung. Es muss umgestaltet werden, um von einem bis dahin verteilten System auf Millionen von Windrädern und Photovoltaik*-Anlagen umzurüsten.

Diese Umstellung ist teuer und bewirkt hauptsächlich in unterbevölkerten, jedoch Gebieten mit viel Wind im Osten und Norden Deutschlands sich ständig erhöhende Netzentgelte.

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Wieso haben sich 2024 die Netzentgelte erhöht?

Ab Jahresanfang haben sich die lokal unterschiedlichen Netzentgelte erhöht. Dies ist durch die Beschlussfassung der Bundesregierung begründet, eine beabsichtigte Zuwendung von 5,5 Milliarden Euro zur Festigung der Netzentgelte für 2024 wegen der Haushaltsnotlage wegfallen zu lassen. Daraufhin haben die Netzinhaber angesagt, die Netzgebühren von rund 3 Cent je kWh auf mehr als 6 Cent zu steigern.

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Strompreis: Was heißt eigentlich Grundpreis?

Der Grundpreis wird auch Grundtarif oder Grundgebühr genannt. Er ist ein konstanter Betrag, den Kunden wiederkehrend für die Versorgung mit Strom in Firmen oder Haushalten bezahlen müssen. Und das ganze ist komplett losgelöst vom tatsächlichen Stromverbrauch. Dieser Betrag wird im Normalfall pro Jahr oder pro Monat in Rechnung gestellt.

Im Gegensatz zum Arbeitspreis, der sich an der konsumierten Energiemenge orientiert und in kWh (Kilowattstunden) festgestellt wird, gleicht der Grundpreis administrative Tätigkeiten sowie weitere konstante Kosten des Energieanbieters, die gleichbleibenden Ausgaben für den Zutritt zum Stromnetz und die Bewitschaftung des Zählers, aus. Daher ist der Grundpreis grundsätzlich feststehend und unabhängig vom wirklichen Strombedarf.

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Strompreis: Was heißt eigentlich Arbeitspreis?

Der Arbeitspreis bezüglich des Strompreises benennt den veränderlichen Betrag, den Kunden für jede konsumierte kWh Strom entrichten müssen. Gegenüber dem Grundpreis, der vollständig losgelöst von der wirklichen Strommenge gleichbleibende Kosten ausgleicht, richtet sich der Arbeitspreis am tatsächlichen Energiebedarf.

Die Kosten für den Arbeitspreis werden in Cent je kWh bemessen und unterscheiden sich je nach Tarif und Energieanbieter. Er beinhaltet Ausgaben für die Herstellung und die Beförderung von Strom.

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Wieso berappen etliche private Haushalte zu viel für ihren Strom?

Nach Aussagen des Vergleichsportals Verivox berappten 2024 in Deutschland private Haushalte über 5 Milliarden Euro zu viel für Strom, weil sie nicht den Energieversorger austauschen. Knapp 25 Prozent der deutschen Haushalte bekommt nach wie vor Strom aus dem Tarif der Grundversorgung des regionalen Versorgers, der bei weitem die teuersten Tarife anbietet.

Fast 10 Millionen Haushalte kümmern sich nie um einen Austausch des Stromversorgers und um einen billigeren Tarif bei ihrem derzeitigen Versorger. Aufgrund dessen berappen sie 2025 zusammen rund 5,5 Milliarden Euro zu viel, erklärt Verivox.

Der Tarif in der Grundversorgung des regionalen Stromanbieters ist für sämtliche Haushalte zuständig, die sich beim Einzug in eine Wohnung oder beim Eigenheimbau nicht selber um ein billigeres Angebot kümmern.

Der Vorzug derartiger Tarife ist, dass er für sämtliche Verbraucher erreichbar ist und immer beendet werden kann. Großer Nachteil: Diese Tarife sind extrem teuer: Gemäß dem Statistischen Bundesamt steht der mittlere Strompreis je kWh im Grundversorgungstarif momentan im Bereich des ganzen Bundesgebietes bei 41,02 Cent.

Verivox belegt: Wechsel zu dynamischen Strompreisen lohnt nicht

Wieso ist ein großer Strombedarf nicht von sich aus schlecht, sondern kann die Energiewende unterstützen?

Der alleinige Strombedarf erlaubt lediglich eingeschränkte Einsichten in die Nachhaltigkeit und ist nicht von sich aus ablehnend einzustufen. Hingegen sind der Bedarfszeitraum und die Stromquellen von auschlaggebendem Belang.

Ein Haushalt, der etwa 5.000 kWh Strom pro Jahr aus einem dynamischen Tarif erhält, der 100-prozentig aus erneuerbaren Energiequellen kommt, wird ein erfreulicheres CO2-Resultat vorlegen und die Energiewende effektiver unterstützen als ein Hauhalt, der lediglich 2.000 kWh Strom aus fossiler Herkunft bekommt.

Die Feststellung, dass ein großer Strombedarf nicht automatisch ungünstig ist, wird hauptsächlich durch Gegebenheiten wie in Baden-Württemberg erkennbar. Dort wurden Einwohner dazu motiviert Strom einzusparen, weil es im Norden einen Stromüberhang gab. Ein gezielt größerer lokaler Strombedarf dürfte regelmäßig vorteilhaft sein, zumal überflüssiger Strom förderlich verwendet werden könnte.

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Weiterhin wird erkennbar, dass ein großer Strombedarf nicht von sich aus ungünstig ist, wenn man beleuchtet, dass deutsche Stromproduzenten 2022 fast 5.800 Gigawattstunden Strom zu viel erzeugten. 2021 bekamen die Energieanbieter in Deutschland einen Spitzenbetrag von rund 807 Millionen Euro als Vergütung für nicht eingeleiteten Strom ins Netz.

Letzten Endes strapazieren derartige Vergütungen die Kunden, zumal sie über die Netzentgelte umverteilt werden. Wenn dieser überflüssige Strom aber bewusst verwendet würde, könnten die Ausgaben für die Endkunbden sogar zurückgehen, weil die Strapazierung der Netzentgelte verringert würde. Die Stromerzeuger haben einen Anspruch auf Vergütung durch das Einspeisemanagement, wenn der von ihnen erzeugte Strom wegen Mangeslituationen in den Netzen nicht befördert werden kann.

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Was heißt eigentlich Merit-Order-Prinzip?

Das Merit-Order-Prinzip beschreibt einen elementaren Plan im Energiesektor, der die Chronologie vereinbart, in der die unterschiedlichen Kraftwerke zur Absicherung der Strombedarfe verwendet werden. Diese Chronologie gründet auf den Grenzkosten der Stromproduktion. Diese Kosten entstehen, wenn eine zusätzliche Stromeinheit erzeugt wird. Das Merit-Order-Prinzip arbeitet so:

  • Vorerst werden die Kraftwerke mit den geringsten Grenzkosten aktiviert. Das sind häufig erneuerbare Energien wie Solar*- und Windenergie, zumal sie keine Kosten für Brennstoffe erzeugen.
  • Als nächstes kommen Kraftwerke mit größeren Grenzkosten wie etwa Gaskraftwerke, Kernkraftwerke, und Kohlekraftwerke.
  • Das kostspieligste Kraftwerk, das noch gebraucht wird, um den Bedarf zu decken, legt den Strompreis für sämtliche Versorger fest. Ein derartiges Prozedere bewirkt, dass die billigste Energieherkunft als erstes verwendet wird und dadurch die Gesamtkosten der Stromproduktion verringert werden.

Das Merit-Order-Prinzip soll die Verwendung erneuerbarer Energien unterstützen, zumal diese wegen ihrer geringen Grenzkosten in der Merit-Order weit nach oben angesiedelt sind. Zeitgleich kommt es zu Preisveränderungen auf dem Strommarkt, weil der Strompreis von den veränderlichen Kosten des teuersten eingesetzten Kraftwerks abhängig ist.

Hauptsächlich bei großem Bedarf oder niedrigem Angebot erneuerbarer Energien können sich die Preise extrem erhöhen, wenn kostspielige Gaskraftwerke oder weitere teure Anlagen zur Stromherstellung genutzt werden müssen.

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(Mit Angaben www.wiwo.de/unternehmen/27.1.2025)

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